
Übergewicht, Glück und Neid sind ansteckend
Laut den beiden Wissenschaftern Nikolas Christakis und James Fowler neigen Menschen dazu, an Gewicht zuzulegen, wenn sie oft mit Personen essen, die schlechte Ernährungsgewohnheiiten haben oder wenig Sport betreiben. Die Wissenschafter erklären das folgendermaßen: jemand, der Übergewicht als Norm ansieht und akzeptiert, imitiert auch die Verhaltensweise von Übergewichtigen.
Diese Erkenntnis basiert auf einer seit 1948 laufenden Langzeitstudie in Massachusetts (USA), die eigentlich ins Leben gerufen wurde, um Herz- Kreislauferkrankungen näher zu erforschen. Das umfangreiche Datenmaterial eignet sich aber auch, um soziale Netzwerke näher zu beleuchten. Und so kamen ebenso interessante Informationen über die Übertragung von Gefühlen und Verhaltensmustern ans Licht.
Sind Sie in ihrem Umfeld von vielen zufriedenen und glücklichen Menschen umgeben? Ja? Dann sind Sie mit ziemlicher Sicherheit auch ein zufriedener Zeitgenosse. Denn Glück ist - genau so wie Neid und Übergewicht - ansteckend!
Warum breiten sich Verhaltensmuster, aber auch Gefühle im zwischenmenschlichen Bereich aus, als wären sie ansteckende Krankheiten? Menschen neigen auch dazu, die Emotionen anderer zu übernehmen. Die beiden Wissenschafter erklären das in ihrem Buch folgendermaßen: Der Mensch ist biologisch gesehen darauf programmiert, die Handlungen anderer nachzuahmen und dabei auch deren inneren Zustand zu übernehmen.
Den Beobachtungen zufolge stimmen Menschen auf der Straße, am Arbeitsplatz, im Gasthaus, in der Familie - wo auch immer sie miteinander zu tun haben - unbewußt ihre Mimik, Stimme und Haltung aufeinander ab. Gleichzeitig bringen sie auch ihre emotionalen Zustände in Einklang. Die Gfühle und Verhaltensmuster gleichen dem Verhalten eines Fischschwarms. Nicht ein einzelner Fisch entscheidet, wo es hingeht, sondern der ganze Schwarm.
Die medizinische Erklärung ist folgendermaßen: Sehen wir anderen Menschen beim Essen oder Laufen zu, werden in unseren Gehirnen sogenannte Spiegelneuronen aktiv. In unseren Gehirnen werden Verhaltensweisen eingeübt, die wir in Wirklichkeit nur beobachten. Dieser Nachahmungstrieb kann sich positiv, aber auch negativ auf unser Leben auswirken. So kann die Verbreitung von Glücksempfinden genauso beeinflusst werden wie Neid und Missgunst.
Die Studie, die mehr als 12.000 Menschen erfasste, hat ergeben, dass wenn wir uns zum Beispiel mit glücklichen Menschen umgeben, wir selbst um 15 Prozent glücklicher sind. Sollten wir dann nicht folgerichtig auch wirklich vermehrt den Kontakt zu zufriedenen Menschen mit gesundem Essverhalten suchen! Wir könnten uns vieles einfacher machen im Leben!
PROBLEMZONEN
Verspannungen im Nacken und Schulterbereich sind schmerzhaft und halten sich meist lange.
Ergonomisch gesehen sollte man in einer 90 Grad abgewinkelten Position sitzen. Diese berühmte Haltung mit den rechten Winkeln ist aber nur eine “Referenzposition”, an Hand derer man feststellen kann, ob der Arbeitsplatz ergonomisch richtig eingestellt ist.
Eine absolut aufrechte Sitzposition ist unmöglich für acht Stunden im Büro durchzuhalten. Kein Mensch kann den ganzen Tag so sitzen! Wie sitzt man also richtig? Dynamisch! Die Lösung und Erleichterung liegt sicher in Richtung abwechslungsreicher Körperhaltung und Mischarbeitsplätzen. Der Arbeitsplatz Schreibtisch ist dank Flachbildschirmen besser geworden und immer mehr Menschen in den Büros nutzen Stehtische.
Und doch leiden Umfragen in Unternehmen zufolge mehr als zwei Drittel der Belegschaft unter Schulter- und Nackenverspannungen. Wie also dem ganzen abhelfen? Die gesetzliche Empfehlung lautet, dass die oberste Bildschirmzeile unterhalb der Augenhöhe liegt, nicht exakt auf der Augenhöhe. Arbeitsmediziner raten, auf den Bildschirm hinunterzusehen “wie auf einen Laptop”. 16 Prozent Kopfneigung tut dem Schulter- und Nackenbereich gut.
Meine Empfehlung lautet: auch im Sitzen immer wieder kleine Bewegungen, Dehnungen und Übungen für diese Problemzonen einzubauen. Speziell die Haltemuskeln entlang der Halswirbelsäule können Sie mit ganz kleinen speziellen Bewegungen trainieren.
Auch die Lendenwirbelsäule bereitet den “Vielsitzern” häufig Probleme. Eine vernachlässigte, schwache Rumpfmuskulatur ist die Hauptursache, warum viele Menschen Probleme mit dem Sitzen haben. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, ist eine abwechslungsreiche Sitzhaltung wichtig - also ein oftmaliges Ändern der Sitzposition. Vielleicht lassen sich auch Gehen und Stehen ins Arbeitspensum einbauen.
Um chronische Schmerzen in diesen Bereichen zu vermeiden, muss mehr Bewegung ins Leben eingebaut werden. Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht und Ihren Bedürfnissen entspricht. auch wird spezielle Rückengymnastik bereits in fast jedem Ort angeboten - oder sehen Sie sich auch das Bewegungsprogramm von Dietix an! Hier finden Sie Übungen für Indoor und Outdoor - zugeschnitten auf Ihr Leistungsniveau, fürs Fitnessstudio, für Zuhause und fürs Büro.
Betrachten Sie doch Sport und Bewegung als Bereicherung fürs Leben!
Müssen wir unsere Muskeln dehnen?
Dehnen ist seit Jahrhunderten bekannt und beliebt. Seit einigen Jahren werden Wirkungsweise und Methodik des Dehnens kritisch hinterfragt. Praktiker schreiben der Dehnung wundersame Wirkung zu, Forscher stellen die Bedeutung in Frage. Einzig der positive Einfluss auf die Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit wurde nie zur Diskussion gestellt.
Beweglichkeit empfinden wir als positiv: wer sich geschmeidig bewegt, wird als “jung und agil ” wahrgenommen, “steif und starr” zu sein wird mit “alt und gebrechlich” gleichgesetzt.
Ist unsere Beweglichkeit eingeschränkt, wird meist sofort von Muskelverkürzung gesprochen - was nur in wenigen Fällen zutrifft. Meist handelt es sich um funktionelle Verkürzungen, die zu verstärkter Muskelspannung führen oder Gelenke, Sehnen und Bänder betreffen.
Neue Erkenntnisse: Allseits bekannte Empfehlungen aus der Praxis, man solle vor und nach dem Sport dehnen um Muskelkater zu vermeiden, wurden in Studien widerlegt. Gezeigt wurde sogar, dass Dehnen keinen direkten Schutz vor Verletzungen bietet. Auch dass intensives statisches Dehnen beim Aufwärmen zu Leistungsminderung vor allem im Bereich der Schnellkraft führt.
Methoden des Dehnens unterliegen immer neuen Erkenntnissen: Ende der 80er Jahre wurden federnde Bewegungen verbannt und gehaltene Dehnungen - Stretching - propagiert. Seit einigen Jahren darf man beruhigt wieder Dynamik in seine Dehnungen bringen ohne Muskelreflexe auszulösen. Sind Leistungen von maximaler Beweglichkeit abhängig, wie im Ballett oder Sportgymnastik, dann müssen Dehnungen bis ans Bewegungsende sein. Sollen sich Körper und Geist nach dem Sport regenerieren, ist die empfohlene Intensität mittel bis sanft und die Technik bewegt - statisch. Wer regelmäßig dehnt und dabei bewußt atmet, erfährt anschließendes Wohlgefühl.
Beweglichkeit im Alltag: Gewohnheitshaltungen wie häufiges Sitzen mit gekrümmtem Rücken, Arbeiten in gebückter Haltung und kleine monotone Bewegungen führen auf Dauer zu Einschränkungen im Bewegungsradius. Dehnen alleine kann keine Haltungsänderung herbeiführen, dazu muss zuerst das Verhalten im Alltag verändert werden. Kräftigen und Dehnen können jedoch zu einer aufrechten Haltung beitragen und die Bewegungsreichweite vergrößern. Was im Sport bedeuten kann, dass ich mit dem Schläger weiter aushole, im Alltag, dass das Binden der Schuhbänder nicht schwer fällt und Kämmen kein Problem darstellt - einfach gesagt: dass ich beweglich bin!
Sport macht schlau!
Was wir alle wissen ist: Wir können durch Bewegung unser Gewicht reduzieren, Fett verbrennen, Muskeln aufbauen, Bluthochdruck und Cholesterin senken, Herz- Kreislaufproblemen entgegenwirken, gegen Rückenprobleme angehen und unseren Stresspegel senken.
Das ist eine ganze Menge, aber Sport kann mehr!
Täglich unterfordern wir unseren Körper und verzichten dadurch auf eine Unmenge von positiven Auswirkungen und Reizen, die durch Training im Körper ausgelöst werden. Durch Bewegung hätten wir auch einen Ausgleich zu einseitigen Belastungen, immer gleich ausgeführten Handgriffen - vielleicht auch noch in schlechter Haltung - und zum vielen Sitzen.
Und was haben wir noch davon, wenn wir uns bewegen?
Sport beflügelt unseren Geist, verbessert die Konzentration und erhöht unsere geistige Leistungsfähigkeit!
Wissenschaftliche Studien belegen, dass körperliche Fitness das Risiko einer Demenzerkrankung deutlich verringert. Auch Personen, die sportlich nicht fit waren und erst später mit regelmäßigem Sport begannen, verbesserten ihre geistige Leisung enorm (Larson et al.2006)
Wer sich bewegt, setzt sein Gehirn zur Steuerung dieser Bewegung ein. Das führt zu einer Steigerung von Aufmerksamkeit und Konzentration und in Folge zu erhöhter geistiger Leistungsfähigkeit.
Was passiert also im Gehirn? Bewegung regt den Stoffwechsel an, das Gehirn wird mit mehr Sauerstoff versorgt und besser durchblutet. Neue Vernetzungen werden gebildet und die Signalweitergabe wird verbessert. Studien zufolge kann man auch durch mäßiges Ausdauertraining am Fahrradergometer und gleichzeitigem Lernen seinen Intelligenzquotienten entscheidend erhöhen und seine Kreativität steigern.
Wenn Sie aber gerade kein größeres Lernpensum zu bewältigen haben, genügen auch zwei oder drei zügige Spaziergänge von mehr als einer halben Stunde pro Woche für eine positive Wirkung auf das Gehirn.
Probieren Sie es aus und genießen Sie geistige Höhenflüge und körperliches Wohlbefinden nach dem Sport!
Sport ist Lifestyle!
Alle joggen, alle walken, alle trainieren ihren Körper!
Noch nie zuvor haben so viele Österreicher behauptet, dass sie Sport betreiben. Die Wahrheit sieht aber anders aus, sagt der Sportwissenschafter Dirk Steinbach, der sich seit mehr als einem Jahrzehnt mit soziologischen Untersuchungen beschäftigt: der statistische Durchschnittsösterreicher wird immer träger und dicker!
Noch vor 30 Jahren gaben 1/3 der Österreicher an, Sport zu treiben. Heute sagen zwei Drittel der Bevölkerung, dass sie wenigstens hin und wieder sportlich aktiv sind! Gerade bei älteren Menschen hat sich die Aktivität erhöht: Frauen über 50 sind heute aktiver als Mädchen zwischen 15 und 18.
Wo liegt also der Hund begraben? Die Definition von Sport hat sich geändert! Radeln, Baden und Spazierengehen stehen auf der Rangliste ganz oben - früher wurde diese Art von Bewegung nicht als Sport bezeichnet.
Das Hauptproblem liegt aber in der Bewegungsarmut unseres Alltags. Noch vor 50 Jahren hat jeder Mitteleuropäer im Alltag täglich 800 Kalorien mehr verbraucht. Das kann mit ein wenig Wohlfühl - Sport wohl nicht aufgeholt werden!
Quelle: Salzburger Nachrichten vom 18.4. 2009
Also ran an die Geräte und schwitzen! Einen schönen Tag noch!
Andrea Hütthaler - Dietix - Bewegungsexpertin
