
PROBLEMZONEN
Verspannungen im Nacken und Schulterbereich sind schmerzhaft und halten sich meist lange.
Ergonomisch gesehen sollte man in einer 90 Grad abgewinkelten Position sitzen. Diese berühmte Haltung mit den rechten Winkeln ist aber nur eine “Referenzposition”, an Hand derer man feststellen kann, ob der Arbeitsplatz ergonomisch richtig eingestellt ist.
Eine absolut aufrechte Sitzposition ist unmöglich für acht Stunden im Büro durchzuhalten. Kein Mensch kann den ganzen Tag so sitzen! Wie sitzt man also richtig? Dynamisch! Die Lösung und Erleichterung liegt sicher in Richtung abwechslungsreicher Körperhaltung und Mischarbeitsplätzen. Der Arbeitsplatz Schreibtisch ist dank Flachbildschirmen besser geworden und immer mehr Menschen in den Büros nutzen Stehtische.
Und doch leiden Umfragen in Unternehmen zufolge mehr als zwei Drittel der Belegschaft unter Schulter- und Nackenverspannungen. Wie also dem ganzen abhelfen? Die gesetzliche Empfehlung lautet, dass die oberste Bildschirmzeile unterhalb der Augenhöhe liegt, nicht exakt auf der Augenhöhe. Arbeitsmediziner raten, auf den Bildschirm hinunterzusehen “wie auf einen Laptop”. 16 Prozent Kopfneigung tut dem Schulter- und Nackenbereich gut.
Meine Empfehlung lautet: auch im Sitzen immer wieder kleine Bewegungen, Dehnungen und Übungen für diese Problemzonen einzubauen. Speziell die Haltemuskeln entlang der Halswirbelsäule können Sie mit ganz kleinen speziellen Bewegungen trainieren.
Auch die Lendenwirbelsäule bereitet den “Vielsitzern” häufig Probleme. Eine vernachlässigte, schwache Rumpfmuskulatur ist die Hauptursache, warum viele Menschen Probleme mit dem Sitzen haben. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, ist eine abwechslungsreiche Sitzhaltung wichtig - also ein oftmaliges Ändern der Sitzposition. Vielleicht lassen sich auch Gehen und Stehen ins Arbeitspensum einbauen.
Um chronische Schmerzen in diesen Bereichen zu vermeiden, muss mehr Bewegung ins Leben eingebaut werden. Suchen Sie sich eine Sportart, die Ihnen Spaß macht und Ihren Bedürfnissen entspricht. auch wird spezielle Rückengymnastik bereits in fast jedem Ort angeboten - oder sehen Sie sich auch das Bewegungsprogramm von Dietix an! Hier finden Sie Übungen für Indoor und Outdoor - zugeschnitten auf Ihr Leistungsniveau, fürs Fitnessstudio, für Zuhause und fürs Büro.
Betrachten Sie doch Sport und Bewegung als Bereicherung fürs Leben!
FIT und GUT DRAUF
Wie es ist, wenn man gut drauf ist, wissen wir alle. Was es heißt FIT zu sein, ist schon schwieriger zu definieren.
Im Allgemeinen versteht man unter Fitness körperliches und geistiges Wohlbefinden. FIT zu sein bedeutet leistungsfähig zu sein und die Belastungen des Alltags besser verarbeiten zu können.
Was sind Belastungen des Alltags? Das sind durchwegs Anforderungen, denen wir nicht ohne weiteres gewachsen sind, denen wir uns aber aus den unterschiedlichsten Gründen stellen müssen.
Statistisch gesehen leben Menschen, die FIT sind, länger. Das Risiko an Krankheiten wie Herzinfarkt, Bluthochdruck, Diabetes oder Osteoporose zu erkranken, ist wesentlich geringer, wenn man FIT ist. Ist man jung, denkt man natürlich noch nicht an diese Erkrankungen.. Aber gerade Osteoporose ist eine “Kinderkrankheit”. Denn Knochenwachstum findet hauptsächlich in jungen Jahren statt, und der Mensch legt sein größtmögliches “Knochenkonto” an. Und von da an gehts bergab, wenn man zuwenig dagegen unternimmt.
Wie erreicht man nun eine hohe Knochendichte, die jeden von uns davor bewahrt, dass seine Knochen im Alter brüchig und spröde werden? Einerseits durch eine ausgewogene Ernährung und - wissenschaftlich erwiesen - durch Bewegung: speziell durch Zug- und Druckbelastungen wie beim Krafttraining, aber auch durch hüpfen, springen und laufen. Daher kann man schon früh etwas für seine Altersvorsorge tun. Doch auch im fortgeschrittenen Alter kann Knochendichte erhalten und sogar noch aufgebaut werden.
Ein fitter Mensch kann also Belastungen besser standhalten und Krankheiten vorbeugen und vermeiden!
Fitness sorgt für Wohlbefinden und formt den Körper
Wer kennt das Gefühl, dass er sich nach ausgiebiger Bewegung und der Dusche danach so richtig gut fühlt, weil er angenehm müde ist und weiß, dass er Gutes für sich und seinen Körper getan hat? Und auch während der Bewegung spüren wir unseren Körper - wir lernen ihn besser kennen und entwickeln ein besseres Körpergefühl.
Regelmäßige Bewegung baut unsere Muskeln auf, der Grundumsatz wird erhöht, der Stoffwechsel aktiver, die Fettverbrennung angekurbelt und ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl stellt sich ein.
Ziel ist es nicht dem Magerwahn zu verfallen - die Zeit von Size Zero und spindeldürren Models auf den Laufstegen ist vorbei! Trendforscher prognistizieren ein neues Schönheitsideal: Natürlichkeit, wohlproportionierte Formen und ein fitter Körper mit schön definierten Muskeln für Männer und einer straffen Silhouette bei Frauen werden zum Idealbild. Stars, Models und Berühmtheiten machen es vor. Sie leisten sich einen Personal Trainer, laufen, machen Yoga und frequentieren Fitnessstudios. Die Latte liegt vielleicht gar nicht mehr so hoch. Anzufangen ist es allemal wert und wer weiß, vielleicht ist es nur der Beginn einer wunderbaren Fitnessreise!
Sport macht schlau!
Was wir alle wissen ist: Wir können durch Bewegung unser Gewicht reduzieren, Fett verbrennen, Muskeln aufbauen, Bluthochdruck und Cholesterin senken, Herz- Kreislaufproblemen entgegenwirken, gegen Rückenprobleme angehen und unseren Stresspegel senken.
Das ist eine ganze Menge, aber Sport kann mehr!
Täglich unterfordern wir unseren Körper und verzichten dadurch auf eine Unmenge von positiven Auswirkungen und Reizen, die durch Training im Körper ausgelöst werden. Durch Bewegung hätten wir auch einen Ausgleich zu einseitigen Belastungen, immer gleich ausgeführten Handgriffen - vielleicht auch noch in schlechter Haltung - und zum vielen Sitzen.
Und was haben wir noch davon, wenn wir uns bewegen?
Sport beflügelt unseren Geist, verbessert die Konzentration und erhöht unsere geistige Leistungsfähigkeit!
Wissenschaftliche Studien belegen, dass körperliche Fitness das Risiko einer Demenzerkrankung deutlich verringert. Auch Personen, die sportlich nicht fit waren und erst später mit regelmäßigem Sport begannen, verbesserten ihre geistige Leisung enorm (Larson et al.2006)
Wer sich bewegt, setzt sein Gehirn zur Steuerung dieser Bewegung ein. Das führt zu einer Steigerung von Aufmerksamkeit und Konzentration und in Folge zu erhöhter geistiger Leistungsfähigkeit.
Was passiert also im Gehirn? Bewegung regt den Stoffwechsel an, das Gehirn wird mit mehr Sauerstoff versorgt und besser durchblutet. Neue Vernetzungen werden gebildet und die Signalweitergabe wird verbessert. Studien zufolge kann man auch durch mäßiges Ausdauertraining am Fahrradergometer und gleichzeitigem Lernen seinen Intelligenzquotienten entscheidend erhöhen und seine Kreativität steigern.
Wenn Sie aber gerade kein größeres Lernpensum zu bewältigen haben, genügen auch zwei oder drei zügige Spaziergänge von mehr als einer halben Stunde pro Woche für eine positive Wirkung auf das Gehirn.
Probieren Sie es aus und genießen Sie geistige Höhenflüge und körperliches Wohlbefinden nach dem Sport!
Heilkräfte unserer Muskeln
Welche Rolle spielen Muskeln in unserem Leben? Seit einem halben Jahrhundert etwa kennt man die Funktionsweise der Muskeln. Sie sind Maschinen zur Energiegewinnung, mehr als 600 Arbeiter in Bewegung.
Mittlerweile glauben manche Forscher, das Organ Muskulatur sei nach unserem Gehirn das komplexeste und sie versuchen zu ergründen, welche Vorgänge in unserem Körper der Bewegungsapparat noch auslöst.
Im Muskelforschungszentrum in Kopenhagen zum Beispiel hat die Medizinerin Bente Pedersen herausgefunden, dass Muskeln Wirkstoffe aussenden, die andere Organe positiv beeinflussen. Je mehr Muskelmasse wir also haben, umso mehr Botenstoffe haben wir auch! Pedersen hat vielleicht sogar einen direkten Zusammenhang zwischen Denken und Bewegung gefunden. Der Wirkstoff BDNF wird vom Muskel produziert und ist beteiligt an der Bildung neuer Nervenzellen im Gehirn. Wer an Demenz oder Depression leidet, hat immer einen niedrigen BDNF Spiegel.
Viele Muskeln - wenig Hirn
Diesen Spruch können wir also getrost vergessen! Denn das Risiko, an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, wird um mehr als die Hälfte gesenkt, wenn Muskeln regelmäßig trainiert werden.
Krafttraining verjüngt auch nicht nur das Muskelgewebe. Auch das Bindegewebe profitiert, denn die Kollagenproduktion wird angeregt und das Eiweiß stärkt die Sehnen und strafft die Haut. Krankheiten wie Bluthochdruck, Osteoporose, Zucker- und Herzkrankheiten kann entgegengewirkt werden. Und gekräftigte Muskeln sorgen dafür, dass durch den sogaenannten Nachbrenneffekt 24 Stunden lang Zucker und Fett abgebaut werden.
Wer sich aber zu wenig bewegt , verliert wertvolle Muskelmasse: ab dem 30. Lebensjahr etwa 3 Kilo pro Jahrzehnt. Werden Muskeln nicht regelmäßig gekräftigt, setzt sich Fettgewebe vor allem an gefährlicher Stelle im Bauchbereich an.
Wir können uns also durch Bewegung viel Gutes tun! Aber - und darüber sind sich Sportwissenschafter, Forscher und Mediziner einig - Muskeln wachsen zu wenig beim Ausdauersport (- abgesehen vom Herzmuskel natürlich!). Die positiven Auswirkungen beim Laufen, Rad fahren, usw. dürfen wir nicht außer Acht lassen, aber nur das Vergrößern von Muskelmasse bringt oben genannte positive Effekte.
Der Kompromiss: Ausdauer UND Kraft. Eine Möglichkeit beides zu verbinden, wäre ein Training mit hoher Intensität (HIT). Spitzensportler profitieren schon längst von diesem Training, bei dem kurze und sehr harte Einheiten von wenigen Minuten absolviert werden. Wichtig dabei ist es aber vorher abzuklären, dass das Herz auch gesund ist und nach jedem Training muss zwei bis drei Tage pausiert werden.
Wir selber sind in der Lage körpereigene Heilkräfte zu aktivieren. Muskeln machen schlau. Muskeln machen gesund. Muskeln machen schlank. Muskeln machen glücklich.
Quellen: Verschiedene wissenschaftliche Studien. GEO 7/09 Motoren des Lebens - Malte Henk
