Archiv für April, 2010

“Unkraut” auf unseren Tellern

28. April 2010
posted by Erika Mittergeber

lowenzahn1Schön ist das, wenn die Wiesen zu blühen beginnen und sich saftiges Grün in die Gärten zaubert! Von diesem Grün macht sich auch einiges auf Ihrem Teller gut, denn viele der Wiesengewächse kann man essen. Der bekannteste Wildkräutervertreter ist sicher der Bärlauch: Als Suppe, gemeinsam mit Brennessel als Spinat oder als Pesto zu frischen Gnocchi.

Aber wussten Sie auch, dass sich Gundelrebe, Beinwell, Knoblauchsrauke, Waldmeister und Löwenzahn mindestens genauso hervorragend zum Verzehr eignen? Die zarten Blätter des Löwenzahns schmecken als “Röhrlsalat” augezeichnet, ebenso wie der “Löwenzahnstrudel”. Richtige Feinschmecker schwören auf Löwenzahnkapern, das sind in Essig eingelegte Löwenzahnknospen. Auch ernährungsphysiologisch bereichert der Löwenzahn unsere Teller: Die gelbe Frühlingsblume zeichnet sich durch ihren hohen Vitamin C  und Magnesiumgehalt aus.

Besonders an so sonnigen Tagen wie heute lässt sich der Frühling so richtig genießen. Wie wäre es also noch heute mit einem ausgedehnten Frühlingsspaziergang bei dem Sie gleich ein paar Frühlingskräuter für Ihren Kochtopf pflücken?

Herzlichst, Ihre
Erika Mittergeber

Diaetologin, Dietix-Ernährungsexpertin

Müssen wir unsere Muskeln dehnen?

16. April 2010
posted by Andrea Hütthaler

Dehnen ist seit Jahrhunderten bekannt und beliebt. Seit einigen Jahren werden Wirkungsweise und Methodik des Dehnens kritisch hinterfragt. Praktiker schreiben der Dehnung wundersame Wirkung zu, Forscher stellen die Bedeutung in Frage. Einzig der positive Einfluss auf die Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit wurde nie zur Diskussion gestellt.

Beweglichkeit empfinden wir als positiv: wer sich geschmeidig bewegt, wird als “jung und agil ” wahrgenommen, “steif und starr” zu sein wird mit “alt und gebrechlich” gleichgesetzt.

Ist unsere Beweglichkeit eingeschränkt, wird meist sofort von Muskelverkürzung gesprochen - was nur in wenigen Fällen zutrifft. Meist handelt es sich um funktionelle Verkürzungen, die zu verstärkter Muskelspannung führen oder Gelenke, Sehnen und Bänder betreffen.

Neue Erkenntnisse: Allseits bekannte Empfehlungen aus der Praxis, man solle vor und nach dem Sport dehnen um Muskelkater zu vermeiden, wurden in Studien widerlegt. Gezeigt wurde sogar, dass Dehnen keinen direkten Schutz vor Verletzungen bietet. Auch dass intensives statisches Dehnen beim Aufwärmen zu Leistungsminderung vor allem im Bereich der Schnellkraft führt.

Methoden des Dehnens unterliegen immer neuen Erkenntnissen: Ende der 80er Jahre wurden federnde Bewegungen verbannt und gehaltene Dehnungen - Stretching - propagiert. Seit einigen Jahren darf man beruhigt wieder Dynamik in seine Dehnungen bringen ohne Muskelreflexe auszulösen. Sind Leistungen von maximaler Beweglichkeit abhängig, wie im Ballett oder Sportgymnastik, dann müssen Dehnungen bis ans Bewegungsende sein. Sollen sich Körper und Geist nach dem Sport regenerieren, ist die empfohlene Intensität mittel bis sanft und die Technik bewegt - statisch. Wer regelmäßig dehnt und dabei bewußt atmet, erfährt anschließendes Wohlgefühl.

Beweglichkeit im Alltag: Gewohnheitshaltungen wie häufiges Sitzen mit gekrümmtem Rücken, Arbeiten in gebückter Haltung und kleine monotone Bewegungen führen auf Dauer zu Einschränkungen im Bewegungsradius. Dehnen alleine kann keine Haltungsänderung herbeiführen, dazu muss zuerst das Verhalten im Alltag verändert werden. Kräftigen und Dehnen können jedoch zu einer aufrechten Haltung beitragen und die Bewegungsreichweite vergrößern. Was im Sport bedeuten kann, dass ich mit dem Schläger weiter aushole, im Alltag, dass das Binden der Schuhbänder nicht schwer fällt und Kämmen kein Problem darstellt - einfach gesagt: dass ich beweglich bin!